Der Kampf geht weiter

Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich die Überschrift in „Unser Kampf geht weiter“ ändern soll. Aber zugegeben, zur Zeit Ernst Thälmann’s habe ich noch nicht gelebt. Dennoch, es gibt keinen Grund, den Kampf gegen die herrschende Klasse, die Bourgeoisie, aufzugeben.

Das Gegenteil ist der Fall. Zu glauben, die herrschende Klasse, die wir unter Bourgeoisie verstehen, könnten heute nicht mehr genau definiert werden, irrt sich. Der Kapitalismus besteht heute nicht mehr aus einem Kapitalisten, der im Fabrikgebäude als Eigentümer seiner Maschinen mit der Ausbeutung der Arbeiter beschäftigt ist. Nein, es sind u.A. auch Schreibtischattentäter, die mit dem erarbeiteten Geld, das die Arbeiterklasse erwirtschaftet hat, an Börsen oder als Investoren (wir sprechen manchmal lediglich von Geldgeschäften) ihr Ausbeuter-Geschäft betreiben. Damit dieses alles reibungslos und ohne Störung verläuft, wird sich von diesen Ausbeutern ein bürgerlicher Staat gehalten, der die Interessen genau dieser Bourgeoisie vertritt und vor Störungen jedweder Art beschützt. Auch ist diese bourgeoise Macht heute nur noch bedingt national zu sehen. Die Globalisierung macht es möglich, über ganze Kontinente ihre Gier nach Profiten zu stillen und die arbeitende Bevölkerung zu unterdrücken und disziplinieren. Die Angst, vor revolutionären Massen die an ihrer Macht rütteln könnten wird aber auch, durch Rivalität der Imperialisten untereinander, gestört. Gier gepaart mit Eifersucht führt zum Kampf um die Weltherrschaft. Imperialismus bedeutet Krieg – immer! Da mögen einige Träumer noch so viele gut gemeinte Forderungen aufstellen oder parlamentarische Reden halten, das beeindruckt die Gier und den Machthunger der Bourgeoisie wenig. Denn Gier, Machthunger und Versklavung anderer Völker ist ihre Natur.

Ein empfehlenswerter Artikel ist im ROTER MORGEN am 07. Juni erschienen, den ich hier gerne abdrucke.

 

07. Juni 2020 ROTER MORGEN |

Ein Gespenst geht um

Unter einigen Genossen, Kollegen und Antifaschisten macht sich Enttäuschung, Niedergeschlagenheit und Frust breit. Das Gespenst das herumgeht nennt sich Resignation. Viele Genossen wissen natürlich, dass Karl Marx mit dem historischen Materialismus nachgewiesen hat, dass die bürgerliche Gesellschaft durch den Sozialismus abgelöst wird. Und nahezu alle wissen auch, das das nicht von alleine passiert. Aber manchmal sind die Verlockungen der bürgerlichen Gesellschaft erfolgreicher, als ein bolschewistisches Bewusstsein fordert.

Brutalste Ausbeutung, auch durch Kinderarbeit, finden wir häufig nur in Ländern, die uns weit weg erscheinen.  Bei uns verhungert kein Arbeiter, kein Angestellter und auch kein Arbeitsloser und dass trotz Kinder- und Altersarmut. Mit frühkapitalistischer Ausbeutung, hat das heute vermeintlich nichts zu tun. Irrtum! Bei uns in Mitteleuropa findet die Ausbeutung auf viel subtilerer Art statt. Aus Gewinnsucht werden wir unserer Lebensräume beraubt. Die Kriegsgefahr zugunsten von Ressourcen und Gewinnen umgibt uns täglich.  Zugunsten von Gewinnen der Pharmaindustrie werden wir sogar in Krankenhäusern zu Objekten, an denen sich gut, sogar sehr gut, verdienen lässt. Letztendlich werden wir, das arbeitende Volk, auf vielfältiger Weise, durch das Organ der Herrschenden, den bürgerlichen Staat, unterdrückt und entrechtet. Der bürgerliche Staat ist ein Organ der Klassenherrschaft, der mächtigsten, ökonomisch herrschenden Klasse. Er ist alles andere, als ein unabhängiges Gebilde, dessen Fehler nur korrigiert werden müssten. Dabei wird uns eingeredet, wir alle könnten daran etwas ändern, es muss nur die richtige Partei (mit-)regieren.  Tatsächlich ziehen alle Parteien den gleichen bürgerlichen Karren. Es ist völlig gleich, welche Partei „am Ruder“ ist. Solle dennoch einmal jemand, oder sogar eine Partei, es wagen das System aktiv infrage zu stellen, so hält der bürgerliche Staat seine Einheiten zur Sicherung der Unterdrückungsgewalt bereit.

Die Polizei und das Militär sind bewaffnet. Auf deren Kampffeld werden wir uns nicht begeben. Denn Selbstmörder sind wir nicht. Auch wir haben „Die Kunst des Krieges“ gelesen. Aufrechte, kommunistische Genossen waren weltweit erfolgreich im Partisanenkampf. Wenn wir aber von gewaltsamen Sturz reden und auch in unseren Schriften dies propagieren, dann wissen wir, dass der Sturz nicht auf parlamentarischer Ebene erfolgen kann. Daher werden unsere Kampfformen flexibel sein. Jedoch werden wir nicht kampflos zusehen, wenn sich der bürgerliche Staat mit seiner Polizei nebst Militäreinheiten an unseren Kindern vergreift. Da halten wir mit Sicherheit nicht freiwillig die zweite Wange hin.

Es gibt viele Möglichkeiten und Kampfformen. Um genau diese Möglichkeiten zu koordinieren und in die richtige Zukunft zu dirigieren, benötigen wir eine Kommunistische Partei. Eine kämpferische Partei, die wie Ernst Thälmann für den Sturz der bürgerlichen Diktatur und eine menschenwürdige Gesellschaft kämpft. Ziviler Ungehorsam könnte als Kampfform eine Anfangsaktion sein. Die portugiesischen LKW-Fahrer von Gefahrgut-Transporten haben 2019 gezeigt, wie sie mit einem Streik das ganze Land lahm legten. Weder Flughäfen, noch Tankstellen, auch viele Betriebe hatte keinen Kraftstoff mehr. So musste das portugiesische Militär als Streikbrecher herhalten. Spanische Kollegen zeigten sich solidarisch und blockierten mit ihren LKW‘s die Grenzübergänge.

Arbeitskämpfe müssen und werden wir begleiten und als Kampf, Klasse gegen Klasse, den politischen Klassenkampf mitorganisieren – das ist unser Ziel. Wenn wir uns in diesem Kampf befinden – wie wir es verstehen -, dürfen wir uns nicht selbstzufrieden zurücklehnen. Es muss weitergehen, Stufe für Stufe, bis wir eine bessere Gesellschaftsform erkämpft haben. Mit einer Politik der Selbstprofilierung und Klassenversöhnung, wie sie Sarah Wagenknecht und viele ihrer Parteifreunde betreiben, ist das nicht zu bewerkstelligen. Und einem sentimentalen hinterherweinen einer verlorenen DDR-Romantik, ebenso wenig.

 

Soweit die Onlinezeitung ROTER MORGEN

 

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Über Heinrich Schreiber 69 Artikel
Als inzwischen „Best Ager", ist die berufliche Vita schon etwas umfangreicher. Gelernter Photokaufmann, tätig als Werkzeug- und Kopierschleifer im Einzelakkord, aber auch viele Jahre als selbständig tätiger  Wirtschaftsberater waren Heinrich's beruflichen Herausforderungen. Bereits im Alter von 13 Jahren ist Heinrich mit Polizeigewalt bei einer Demonstration in der Kieler Innenstadt in Berührung gekommen. Hintergrund war der Schahbesuch 1967 in Berlin und die Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg durch die Berliner Polizei. Das hat ihn sehr früh politisiert und seine zukünftigen Aktivitäten als Jugendvertreter, in der Gewerkschaftsjugend, der Roten Garde Kiel/ML und später KPD/ML waren daraufhin logische Konsequenz. Heinrich ist Vater von vier erwachsenen Kindern und begleitet das politische Geschehen mit Berichten und Kommentaren aus marxistisch-leninistischer Sicht.

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