Der neue Weltraum – Kriegsvorbereitung im Orbit

Was entwickelt Russland? „Eine Atomwaffe, eine Waffe mit Nuklearantrieb oder eine nuklearfähige Waffe?“, fragte ein US Reporter | Photo: Videoscan YouTube

Imperialistischer Griff nach den Sternen.

Mit wachsender Aggressivität streben die imperialistischen Hauptmächte danach, auch den letzten noch halbwegs „zivilen“ Raum in ihr militärisches Kalkül einzubeziehen: den Weltraum. Was in den 1980er Jahren unter Ronald Reagan als „Strategic Defense Initiative“ (SDI) – besser bekannt als „Star-Wars“-Programm – begann, wird heute mit neuen Technologien und unter dem Deckmantel angeblicher Bedrohung durch Russland fortgeführt.

 

 

 

Von Heinrich Schreiber
20. Juni 2025 | 

 

 

Heuchelei als politische Strategie

Am 12. April, dem Jahrestag von Juri Gagarins historischem Flug ins All, klagte NATO-Generalsekretär Mark Rutte über angebliche russische Pläne zur Stationierung von Atomwaffen im Weltraum. Diese Behauptung ist nicht neu, sondern wird seit Jahren wie ein Mantra wiederholt. Beweise? Fehlanzeige. Doch die USA nutzen sie regelmäßig, um international Druck auszuüben und ihre eigenen militärischen Raumfahrtprogramme zu legitimieren.

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Der wahre Bruch des Weltraumrechts

Washington präsentiert sich als Hüter des 1967 geschlossenen Weltraumvertrags – und bricht diesen zugleich systematisch. Der Vertrag untersagt eindeutig die Stationierung von Kernwaffen oder anderen Massenvernichtungswaffen im All. Doch während Russland und China vorschlagen, sämtliche Waffen aus dem Orbit zu verbannen, blockieren die USA jedes Vorhaben, das ihren eigenen imperialen Interessen zuwiderläuft. Ihre Ablehnung solcher Vorschläge spricht Bände.

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Wissenschaft im Dienst des Krieges

Die USA investieren massiv in KI-gesteuerte Satellitensysteme, die eigenständig feindliche Bewegungen erkennen und darauf reagieren können. Unternehmen wie Slingshot Aerospace oder NOVI entwickeln, finanziert vom Pentagon, militärische Systeme, die jede klare Grenze zwischen Verteidigung und Angriff verwischen. Der Weltraum wird zur „warfighting domain“ – zur neuen Frontlinie imperialistischer Machtprojektion.

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Ein alter Traum der Imperialisten

Schon Ronald Reagan träumte mit seinem „Star-Wars“-Projekt davon, das kapitalistische Mutterland unangreifbar zu machen. Die Idee eines undurchdringlichen Schutzschildes gegen feindliche Raketen verband technologische Größenwahn mit strategischer Hochrüstung. Heute kehrt dieser Traum zurück – diesmal mit Hilfe von Cloud-Systemen, autonomen Algorithmen und dem Glauben, man könne den Gegner präventiv entwaffnen.

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Eskalation statt Sicherheit

Derartige Programme sind keine Verteidigung, sondern Aggression mit futuristischem Antlitz. Sollte es den USA tatsächlich gelingen, ein System zu errichten, das einen „Erstschlag“ übersteht, würde dies das Prinzip der nuklearen Abschreckung aushebeln. Russland und China, zwei imperialistische Atommächte die in Konkurrenz zum US-Imperialismus stehen, werden nicht tatenlos zusehen – die Folge wäre eine neue Aufrüstungswelle mit unberechenbaren Konsequenzen.

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Imperialismus kennt keine Grenzen – auch nicht im All

Die Militarisierung des Weltraums ist keine Antwort auf Bedrohung – sie ist Bestandteil des globalen Machtkampfs. Die kapitalistischen Großmächte ringen um Vorherrschaft, und der Orbit wird zum nächsten Schlachtfeld. Die angebliche Sorge um Frieden und Sicherheit ist nichts als Fassade – dahinter steht die nackte Gewaltpolitik des Imperialismus.

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Internationale Solidarität gegen die Militarisierung des Weltalls
Die Antwort von uns Kommunisten lautet:

  • Keine Waffen ins All – Schluss mit der Aufrüstung im Orbit!

  • Austritt aus NATO und sämtlichen imperialistischen Militärstrukturen!

  • Investitionen in zivile Raumfahrt – unter gesellschaftlicher Kontrolle!

  • Solidarität mit allen Kräften, die sich der imperialistischen Kriegspolitik widersetzen!

Der Weltraum gehört nicht den Rüstungskonzernen oder dem Pentagon – er gehört der Menschheit. Es liegt an uns, diesen Anspruch durch revolutionären Widerstand gegen die Kriegspolitik der Kapitalistenklasse und seines Militärs zu verteidigen.

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Über Heinrich Schreiber 272 Artikel
Heinrich Schreiber hat ein Leben gelebt, das kaum unterschiedlicher hätte sein können: gelernter Photokaufmann, Werkzeug- und Kopierschleifer im Akkord, selbstständiger Wirtschaftsberater. Diese Stationen haben seinen Blick auf Arbeit, Kapital und gesellschaftliche Widersprüche geprägt wie kaum etwas anderes. Den entscheidenden politischen Anstoß gab das Jahr 1967, als die Erschießung Benno Ohnesorgs durch die Polizei eine ganze Generation aufweckte. Für Heinrich war es der Beginn eines jahrzehntelangen Engagements in der Gewerkschaftsjugend, der Roten Garde Kiel/ML und später in der KPD/ML. Heute, als Vater von vier Kindern und erfahrener Beobachter politischer Entwicklungen, schreibt und publiziert er weiter.

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