Das „Land of the Free“ mordet wieder

Rettungskräfte und Anwohner stehen zwischen Trümmern und Leichen, nachdem bei einem mutmaßlich israelisch-amerikanischen Luftangriff eine Mädchenschule im Iran zerstört wurde. Über 150 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein – überwiegend Zivilisten, viele von ihnen Kinder | Photo: Videoscan YouTube

Blut auf den Trümmern einer Schule

Rettungskräfte wühlen in den Trümmern einer zerstörten Mädchenschule im Iran. Eltern suchen nach ihren Kindern. Über 150 Menschen sollen bei dem mutmaßlich israelisch-amerikanischen Luftangriff getötet worden sein, darunter auch Schülerinnen und Schüler. Was in militärischen Verlautbarungen als gezielter Schlag bezeichnet wird, hat in der Realität Klassenzimmer in Massengräber verwandelt.

 

Von Heinrich Schreiber
3. März 2026 | 

Wer Schulen bombardiert, führt keinen Verteidigungskrieg. Wer zivile Einrichtungen in militärische Zielkategorien einordnet, entlarvt den wahren Charakter seiner Politik. Hier zeigt sich keine Sicherheitspolitik, sondern nackte imperialistische Machtprojektion. Die Sprache der Regierungen spricht von Präzision, Stabilität und Abschreckung. Die Sprache der Trümmer ist eine andere. Sie spricht von verbrannten Schulbüchern, von Staub, von toten Kindern.

In Europa aber herrscht kein klares Wort gegen diese barbarischen Angriffe. Stattdessen werden nicht die Täter der ersten Eskalationswelle verurteilt, sondern der Iran für seine Vergeltungsmaßnahmen angriffen. Regierungsvertreter aus Berlin, Paris und London haben wiederholt erklärt, Teheran müsse seine Raketen und Drohnenangriffe auf US-Stützpunkte und Golfstaaten sofort einstellen. Kritik richtet sich nicht gegen den Ursprung dieser Gewalt, sondern gegen die Reaktion darauf.

Diese Haltung ist politisch unehrlich und moralisch unhaltbar. Sie lässt den imperialistischen Angriff ungeschoren, während sie einem souveränen Staat, der auf Bombardierung seiner Städte und ziviler Infrastruktur reagiert, einseitig die Schuld zuschreibt. Es ist ein doppelter Standard, der Gewalt nur dort verurteilt, wo sie den Interessen westlicher Machtzentren widerspricht, und sie andernorts als „Vergeltung“ moralisch delegitimiert.

Besonders erschreckend ist die technokratische Kälte, mit der solche Angriffe vorbereitet werden. Das US-Militär setzt zunehmend auf Systeme künstlicher Intelligenz zur Auswahl und Priorisierung von Zielen. Algorithmen analysieren Daten, markieren Koordinaten und bewerten sogenannte Bedrohungen. Doch kein Algorithmus trägt die moralische Verantwortung. Er entscheidet nicht über Krieg oder Frieden. Die Entscheidung fällt in den Machtzentren des Imperialismus.

Die Digitalisierung des Tötens macht den Krieg nicht humaner. Sie macht ihn effizienter. Sie schafft Distanz zwischen Befehl und Blut. Sie erlaubt es politischen Verantwortlichen, sich hinter Technik zu verstecken. Wenn eine Schule als Zielpunkt erscheint, dann ist nicht die Maschine das Problem, sondern die politische Logik, die solche Ziele überhaupt in Betracht zieht.

Die herrschenden Kreise sprechen von Menschenrechten, während sie ganze Regionen destabilisieren. Sie berufen sich auf internationales Recht, während sie es beugen, wenn es ihren Interessen im Weg steht. Der Tod von Kindern wird zur Kollateralschadenformel degradiert. Empörung wird selektiv verteilt, abhängig davon, wer die Bomben wirft.

Ein Angriff auf eine Schule ist kein Unfall der Geschichte. Er ist Ausdruck eines Systems, das strategische Dominanz über menschliches Leben stellt. Solange geopolitische Interessen höher bewertet werden als das Leben der arbeitenden Menschen, werden solche Verbrechen nicht Ausnahme bleiben, sondern Teil einer zynischen Normalität.

Die Bilder aus den Trümmern sind eine Anklage. Nicht nur gegen einzelne Militärs oder Regierungen, sondern gegen eine Weltordnung, die Gewalt als legitimes Mittel der Politik begreift. Wer jetzt schweigt oder relativiert, macht sich zum Komplizen. Blut auf den Trümmern einer Schule lässt sich nicht mit Presseerklärungen wegwaschen.

 

 

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Über Heinrich Schreiber 266 Artikel
Als inzwischen „Best Ager", ist die berufliche Vita schon etwas umfangreicher. Gelernter Photokaufmann, tätig als Werkzeug- und Kopierschleifer im Einzelakkord, aber auch viele Jahre als selbständig tätiger  Wirtschaftsberater waren Heinrich's beruflichen Herausforderungen. Bereits im Alter von 13 Jahren ist Heinrich mit Polizeigewalt bei einer Demonstration in der Kieler Innenstadt in Berührung gekommen. Hintergrund war der Schahbesuch 1967 in Berlin und die Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg durch die Berliner Polizei. Das hat ihn sehr früh politisiert und seine zukünftigen Aktivitäten als Jugendvertreter und in der Gewerkschaftsjugend, in der Roten Garde Kiel/ML und später KPD/ML waren daraufhin logische Konsequenz. Heinrich ist Vater von vier erwachsenen Kindern und begleitet das politische Geschehen mit Berichten und Kommentaren aus marxistisch-leninistischer Sicht.

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