Totaler Imperialismus oder totaler Frieden?

Lenin: „In der Frage der Abschaffung des Staates als Ziel gehen wir mit den Anarchisten keineswegs auseinander.“ | Photo: © DerRevolutionär (KI generiert)

Ohne Gott, ohne Staat – für eine befreite Menschheit!

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      Heinz Ahlreip

20.12.2025 | Anarchie zu bestimmen ist rudimentär, um vereinbarungsgemäß induktiv im antitheologischen Gestus zu bleiben, dass die Kritik der Religion die Voraussetzung aller Kritik ist, um vom Kleinen zum Großen zu beginnen, ein Leben ohne Staat sich vorstellen zu können. Naheliegend ist es dazu, einen solchen Zustand folglich zu befürworten, dass folglich für diesen zu kämpfen ist, was nach den bisherigen Erfahrungen von Geschichte in der Tat in eine „unbestimmte Ungeheuerlichkeit“ ausmündet, in die Marx insbesondere nach der Erfahrung der Staatsvergottung durch den preußischen Staatsphilosophen Hegel im „Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte“ von 1852 das anvisierte Endziel eintaucht.

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Der Sturz Gottes ist der Sturz des Staates

Dass mit Gott der Staat fällt, das Politische aus der Geschichte herauszuwringen ist, war und ist das Versprechen der Neuzeit. Dieses Versprechen geht irrtümlich davon aus, dass das historisch Spätere auch immer das begrifflich Höhere sei. So glaubte es auch der noch in der bürgerlichen Aufklärung wurzelnde und im blau-weiß-roten Terror guillotinierte Girondist Condorcet, der beides parallelisieren zu können meinte. Zwei politische Strömungen wagen es, sich auf dieses Experiment, auf dieses verschwommene Ziel einzulassen: die Weltgeschichte herauszufordern, dass der Mensch das Höchste ist. Die eine sieht ihre Stärke in einer politischen Klassenkampfpartei. Die andere sieht sie gerade in der Abwesenheit einer Partei.

Auf den ersten Blick scheinen sich die Anarchisten affiner zum Resultat aufzustellen. Der Marxismus-Leninismus hat im Endkampf der Vorgeschichte der Menschheit das Gegenteil auszuweisen.

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Anarchismus und Jugendprotest – eine Illusion?

„Was Staaten betrifft, so sind nur die kleinen Staaten tugendhaft, und die sind sehr verbrecherisch in ihren Träumen“, so lautet der Lieblingssatz von dem russischen Anarchisten Bakunin. „Polizei, Justiz, Senat sind ein Gangstersyndikat“ – das Herz ging vor nunmehr fast 65 Jahren vielen Jugendlichen auf, als in westdeutschen Großstädten die 68er-Jugend diese Reimzeile skandieren hörte. Momentan liegen beide Strömungen als Verlierer der Geschichte peripher zur Geschichte vor; geschlagene Armeen lernen jedoch bekanntlich gut.

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Der moderne Imperialismus: noch brutaler, noch skrupelloser

Schon trommeln die führenden Bankiers des Imperialismus hinter geschlossenen Vorhängen für den imperialistischen Krieg. Seine Feinde rufen zum Krieg gegen diesen Krieg auf. Rheinmetall hat kein Interesse daran, dass krankhafte Waffenfetischisten diese Wunderwerke der Technik „Made in Germany“ bestaunen und bloß angaffen, sondern dass sie auf den Schlachtfeldern weltweit explodieren, damit die Dividende noch mehr steigt. Der Imperialismus ist im Vergleich mit 1968 noch krimineller geworden. Wollt ihr den totalen Imperialismus? Wollt ihr ihn radikaler und totaler, als ihr ihn euch überhaupt vorstellen könnt? Rufen die Agitatoren in ihrer Propaganda. 

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Ohne Commune keine Perspektive

Es geht also rudimentär um die Abschaffung des Staates, und das seit der Pariser Commune von 1871. Aller antiimperialistischer Kampf geht in die Irre, datiert er nicht von der Commune her, weil nur sie den richtigen, von ihrem ersten Dekret herrührenden Ansatz hatte: Ersetzung des stehenden Heeres und der Polizei durch die allgemeine Volksbewaffnung. Der antiimperialistische Krieg kulminiert in der allgemeinen Volksbewaffnung. Die Commune war nach Engels schon kein Staat im eigentlichen Sinne des Wortes mehr.

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Einigkeit mit den Anarchisten – im Ziel, nicht im Weg

„In der Frage der Abschaffung des Staates als Ziel gehen wir mit den Anarchisten keineswegs auseinander.“
(Lenin, Staat und Revolution, Werke, Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1960, S. 449).

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Völker oder Vernichtung – die historische Entscheidung

Lebende Menschen oder Ruinenkrater wie bei Hiroshima und Nagasaki? Die Völker mit den jeweiligen Arbeiterklassen an der Spitze entscheiden die wichtigste Frage der Weltgeschichte. Brecht den Imperialisten aller Länder im wahrsten Sinne des Wortes das Genick..

 

Die Kapitalistenklasse braucht Ihren Imperialismus und den Krieg – Wir Werktätige, brauchen ihn nicht. Er ist nicht in unserem Interesse | Photo: © DerRevolutionär (KI generiert)

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Über Heinz Ahlreip 168 Artikel
Heinz Ahlreip, geb. am 28. Februar 1952 in Hildesheim. Von 1975 bis 1983 Studium in den Fächern Philosophie und Politik an der Leibniz Universität Hannover, Magisterabschluss mit der Arbeit »Die Dialektik der absoluten Freiheit in Hegels Phänomenologie des Geistes«. Forschungschwerpunkte: Französische Aufklärung, Jakobinismus, Französische Revolution, die politische Philosophie Kants und Hegels, Befreiungskriege gegen Napoleon, Marxismus-Leninismus, Oktoberrevolution, die Kontroverse Stalin – Trotzki über den Aufbau des Sozialismus in der UdSSR, die Epoche Stalins, insbesondere Stachanowbewegung und Moskauer Prozesse.

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