Digitalisierung in Deutschland

Kaum eine Meldung beschreibt den Fortschritt der Digitalisierung in Deutschland so gut wie diese hier.

Am 6. April 2021 stellt die Regierung von Oberfranken ihren Faxserver von bisher vier- auf fünfstellige Faxnummern um.

Es gab tatsächlich jemanden, der nahm an, es handele sich hier um einen Aprilscherz und rief da mal an.

Ich dachte, Mensch ……., gönn dir den Spaß und wähle die Faxnummer, entweder wirst du per Bandansage ausgelacht oder du hörst ein herrliches altes Geräusch wenn ein G3-Fax das Handshakeprotokoll durchgeht. Stattdessen höre ich eine fränkische Damenstimme, die sich ganz korrekt meldet mit Name und Funktion.

Kein Scherz! Ich habe mich daraufhin erklärt, wie ich dazu komme, sie anzurufen und dass ich eigentlich jetzt das düdelü eines Fax erwartet hätte. Da stimmt doch was nicht. Vielleicht nur perfekt gepokert und doch ein Aprilscherz? Die dümmsten geleimten Anrufer mitgeschnitten und auf Bayern drei gesendet?

Und jetzt der Hammer: diese als so fortschrittlich gepriesene Umstellung funktioniert derzeit nicht. Die „4“ vor der Durchwahl wäre das Signal gewesen, dass die Software anspringt und den Anruf weiterbehandelt. Funktioniert nicht. Die wissen nicht warum. Muss die Software sein.

Tja. Softwareproblem. Kann man nichts machen. Zu Zeiten einer Ministerin von der Leyen hätten hier die Verantwortlichen aber umgehend reagiert und ein Beratungsunternehmen beauftragt. Dass dies noch keinem eingefallen ist….? Schließlich ist auch der Seehofer schon auf diesen „Trichter“ gekommen. Mindestens 433 Millionen Euro gaben die Bundesministerien und das Bundeskanzleramt 2020 für externe Beratungsleistungen aus – eine Zunahme um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  Weil, es fehlt ja an Fachleuten.

Jetzt ist mir auch klar, warum rund um die Ministerien soviel Rasenflächen angelegt wurden. Wir sollen nicht hören, wieviel Geld aus dem Fenster geworfen wird. Ich hab’s geahnt…

In diesem Sinne und nicht vergessen:

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Hoch die Faust und mutig vorwärts

Euer 
Heinrich Schreiber

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Über Heinrich Schreiber 270 Artikel
Heinrich Schreiber hat ein Leben gelebt, das kaum unterschiedlicher hätte sein können: gelernter Photokaufmann, Werkzeug- und Kopierschleifer im Akkord, selbstständiger Wirtschaftsberater. Diese Stationen haben seinen Blick auf Arbeit, Kapital und gesellschaftliche Widersprüche geprägt wie kaum etwas anderes. Den entscheidenden politischen Anstoß gab das Jahr 1967, als die Erschießung Benno Ohnesorgs durch die Polizei eine ganze Generation aufweckte. Für Heinrich war es der Beginn eines jahrzehntelangen Engagements in der Gewerkschaftsjugend, der Roten Garde Kiel/ML und später in der KPD/ML. Heute, als Vater von vier Kindern und erfahrener Beobachter politischer Entwicklungen, schreibt und publiziert er weiter.

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