Welche Rolle spielt das Erdgas und das Wasser?

Der atmosphärische Wassergenerator, der von Watergen und Mayet Al-Ahel an die Kinderkrebsabteilung von Musa und Suhaila Nasir in Gaza-Stadt gespendet wurde. Foto mit freundlicher Genehmigung von Mayet Al Ahel.

»Gaza: Welche Rolle spielt das Erdgas? | Etwa 30 Kilometer vor der Küste des Gazastreifens liegt das Erdgasfeld Gaza Marine, dessen Reserven auf ca. 30 Milliarden Kubikmeter geschätzt werden. Gaza Marine wurde in den späten 1990er Jahren entdeckt. Nach einer im Jahr 1999 getroffenen Vereinbarung zwischen der israelischen Regierung und der Palästinensischen Autonomiebehörde gehört es der Palästinensischen Autonomiebehörde, darf aber nicht ohne israelische Zustimmung entwickelt werden.«
Ein Kommentar von Ernst Wolff auf apolut.*

Gastbeitrag und Kommentar
von Reinhold Schramm
23. Oktober 2023 |

Weitere Aspekte der imperialistischen Interessen:

Wasser als Kriegsauslöser 

Wasser und Sicherheit. Die strategische Bedeutung des Golan für Israel. 

»Die Menge an Wasser, die Israel nach einem Friedensprozess zur Verfügung haben wird, wird kleiner sein als heute. Für Israel mit seinem hohen Bevölkerungszuwachs könnte das eine eingeschränkte Wasserzukunft bedeuten. Wasser ist mit Bestimmtheit eine der treibenden Kräfte hinter der Weigerung Israels zur Rückgabe des Golan. Ohne die Abhängigkeit Israels vom „blauen Gold“ könnte die Zukunft des Golan durchaus syrisch sein.«

Lesen: Wasser und Sicherheit. Die strategische Bedeutung des Golan für Israel – edoc (unibas.ch) 

Wasser als Kriegsauslöser 

»Mit dem Sieg im Sechstagekrieg und der Besetzung der syrischen Golanhöhen im Jahr 1967 erlangte Israel auch die Kontrolle über die Banyasquelle, einen der Zuflüsse des Jordan, und die wassereiche Hulaebene. Die Sorge, Syrien könnte Israel „das Wasser abgraben“, ist bis heute ein wesentlicher Grund dafür, dass sich Israel weigert, die Golanhöhen an Syrien zurückzugeben.«

Lesen: Wasser als Kriegsauslöser – scinexx.de 

Weshalb die Golanhöhen für Israel so wichtig sind 

»Wichtig sind die Golanhöhen unter anderem durch ihren Wasserreichtum sowie den Zugang zu Verkehrswegen in die syrische Hauptstadt Damaskus. Gegenwärtig leben dort mehr als 50.000 Menschen, etwas mehr als die Hälfte von ihnen sind jüdische Siedler. Der Rest sind die arabischsprachige Minderheit der Drusen und eine kleine alawitische Minderheit.« 

Lesen: Nahost: Syrien verurteilt Israels Ausbaupläne für die Golanhöhen | ZEIT ONLINE 

N a c h t r a g : 

Wasser als Kriegsauslöser gegen Libyen? 

Libyen hat das weltweit größte Bewässerungsprojekt

»Anders als man denkt, sind die wichtigsten Reichtümer Libyens nicht die Ölquellen, sondern Wasser. Das weltweit größte Reservoir fossilen Süßwassers liegt unter dem Boden seiner Wüsten.« 

»Mit Ausnahme eines grünen, fruchtbaren Streifens entlang der Mittelmeerküste ist Libyen eine riesige Wüste mit einigen verstreuten Oasen. Regen fällt nur auf fünf Prozent seiner Oberfläche. Es gibt keinen Fluss, der durchgängig das ganze Jahr Wasser führt. Wasserknappheit war immer ein großes Problem. – 

Die Lösung wurde in den 1950er-Jahren durch Zufall gefunden, als Ölfirmen in der libyschen Wüste nach Rohöl bohrten. „Sie entdeckten Becken, die einen riesigen Wasservorrat enthielten“, sagt Geologe Zakaria Al-Keep. „Das war fossiles Süßwasser, das Tausende von Jahren unterirdisch gespeichert war.“« 

Am 28 August 1984 legte Staatschef Muammar Gaddafi – der Diktator, der 2011 gestürzt und getötet wurde –, den Grundstein in Sarir. Der Plan sah vor, 1350 Brunnen zu bohren, verteilt über die vier Becken. 

Viele dieser Brunnen sind bereits in Gebrauch. Die meisten sind über 500 Meter tief und mit der Küste durch Betonzylinderröhren verbunden. Jede Röhre misst sieben Meter und vier Meter im Durchmesser. Insgesamt sind mehr als 4000 Kilometer Pipelines verlegt worden. Sie transportieren 6 Millionen Kubikmeter Wasser pro Tag. Zusätzliche 2000 Kilometer sind geplant. 

Der Great Man-Made River ist weltweit das größte Bewässerungsprojekt, das je durchgeführt wurde. 1999 verlieht die UNESCO Libyen einen Preis für bemerkenswerte wissenschaftliche Forschung bezüglich Wassernutzung in Wüstengebieten. 

Lesen: Trinkwasser aus der Wüste (dandc.eu) 

* Gaza: Welche Rolle spielt das Erdgas? | Von Ernst Wolff – apolut.net 

 

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1 Kommentar

  1. Palästinenser in die Erwerbsarbeit!

    Wann werden auch Palästinenser in die Erwerbsarbeit gebracht und aus der internationalen Sozialhilfe verabschiedet?

    Seit rund 70 Jahren werden 90 Prozent aller Palästinenser alimentiert, darunter, unter anderem auch von Deutschland. Heute leben im Nahen Osten rund 6. Millionen Palästinenser von der internationalen Sozialhilfe und damit der dauerhaften Alimente.

    In den Golfmonarchien werden jährlich Millionen Arbeitskräfte aus Asien beschäftigt, aber keine Palästinenser. Warum ermöglichen die reichen Golfmonarchien nicht die Aufnahme ihrer religiösen Glaubensbrüder und deren Schulbildung und qualifizierte Berufsausbildung, damit deren eigenständige Erwerbsarbeit für den persönlichen Lebensunterhalt und den ihrer Familien?

    PS: Die Aufnahme von weiteren Millionen arabisch-palästinensischen Migranten und deren lebenslangen Versorgung in Deutschland ist keine humanistische Hilfe zur Selbsthilfe!

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