Nicht das Alter ist das Problem – sondern ein System, das Menschen wegwirft, wenn sie nicht mehr produktiv sind.
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Was ich noch sagen wollte
Eine Kolumne von Heinrich Schreiber
Mittwoch, 17. Dezember 2025 |
„Die Rente steigt.“ Diese Phrase geistert durch die Medien und wird von Politikern gern als Erfolg verkauft. Tatsächlich: Auf dem Papier gab es zwischen 2015 und 2025 eine nominale Steigerung von rund 34 Prozent – von durchschnittlich 1.000 auf 1.339 Euro im Monat (Krankenkasse bereits abgezogen). Doch Papier lügt nicht – es verschweigt nur das Wesentliche.
Denn was nützt eine höhere Zahl, wenn zugleich alles andere teurer wird? Wer heute einkauft, Miete zahlt oder seine Stromrechnung öffnet, merkt davon nichts. Stattdessen sehen wir ein anderes Bild: Rentner, die im Müll nach Pfandflaschen suchen. Alte Menschen, die frieren, weil sie die Heizung nicht bezahlen können. Lebenslange Arbeit endet für viele nicht in Würde – sondern in Armut.
Es ist kein Versagen im Einzelfall, sondern die Konsequenz eines Systems, das den Reichtum aus der Arbeit der Vielen schöpft – und ihn in die Taschen des Staates oder einiger Weniger umleitet. Die Rede ist von der Arbeiterklasse: Millionen Männer und Frauen, die Jahrzehnte in Fabriken, auf Baustellen, in Pflegeheimen oder Supermärkten geschuftet haben – unterbrochen von Krankheit, Stress, Lärm, Niedriglohn. Ihre Hände haben dieses Land aufgebaut, ihre Löhne wurden besteuert, ihre Rente systematisch kleingerechnet. Und nun, im Alter, sollen sie bitten, statt fordern.
Ein besonders perfides Beispiel dafür ist das Wohngeld: Hunderttausende Rentner sind darauf angewiesen, um überhaupt ihre Miete bezahlen zu können. Doch wer es beantragt, muss sich komplett entblößen: Kontoauszüge, Vermögen, Mietvertrag – alles wird verlangt. Selbst der Wasserverbrauch wird genau geprüft. Warum? Weil die Behörde darüber nachrechnet, ob der Verbrauch zu der angegebenen Personenzahl passt. Wer zu viel verbraucht, riskiert Verdacht. Hier wird nicht geholfen – hier wird kontrolliert. Ein System, das vorgibt zu unterstützen, übt in Wahrheit sozialen Druck aus. Es straft Armut mit Misstrauen.
Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck des Klassencharakters des bürgerlichen Staates. Denn dessen Aufgabe ist nicht, die Lebensleistung der Werktätigen zu sichern. Seine Aufgabe ist es, das Produktions-Eigentum der herrschenden Klasse zu schützen. Reformen, die scheinbar helfen, verändern daran nichts, sie dienen der Ruhigstellung. Was bleibt, ist ein Leben voller Arbeit – und ein Alter in Unsicherheit.
Wer sagt, man müsse „mehr vorsorgen“, am liebsten bei BlackRock(?), vergisst: Die Massen haben nichts übrig. Und wer die Zahlen schönrechnet, verschleiert die Realität. Diese Gesellschaft ist nicht bereit, den alten Werktätigen ein würdiges Leben zu ermöglichen – weil sie nie für sie gemacht war.
Die Klasse, die dieses Land geschaffen hat, wird im Alter entsorgt. Wer das nicht ändern will, ist kein Reformer, sondern Komplize. Wer es ändern will, braucht keine Rente mit 70 – sondern eine Revolution in ein System, wo die arbeitende Klasse bestimmt.
Daher in diesem Sinne und nicht vergessen:
Hoch die Faust und mutig vorwärts
dieser Staat muss zertrümmert werden
Euer
Heinrich Schreiber
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