Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit – Ein neues imperialistisches Machtzentrum

USA, NATO und SOZ – drei imperialistische Blöcke, die um die Herrschaft über die Welt ringen. Doch mitten im Meer der Unterdrückten erhebt sich die rote Fahne des Widerstands. | Photo: © DerRevolutionär (KI generiert)

Fassade der „Multipolarität“

Am 31. August berichtete RT.DE über den jüngsten Gipfel der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Tianjin, China. Unter Teilnahme Putins, Xi Jinpings und Narendra Modis präsentierte sich die SOZ als angebliches „Gegengewicht“ zur NATO und als Stimme einer multipolaren Weltordnung. Doch hinter dieser Fassade von „Dialog“ und „Zusammenarbeit“ verbirgt sich nichts anderes als die Herausbildung eines neuen imperialistischen Blocks, angeführt von China, Russland und Indien.

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Von Heinrich Schreiber
10. September 2025 | 

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Was als „Einheit des Globalen Südens“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein Projekt zur Neuaufteilung der Weltmärkte und zur Sicherung geopolitischer Einflusszonen. Die herrschenden Klassen in Moskau, Peking und Neu-Delhi streben nicht nach der Befreiung der Völker, sondern nach der Festigung ihrer eigenen kapitalistischen Herrschaft.

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Imperialismus – Ost wie West

Lenin definierte den Imperialismus als „das höchste Stadium des Kapitalismus“, in dem Monopole und Finanzkapital die Welt unter sich aufteilen. Dieses Kriterium trifft nicht nur auf die USA und die NATO-Staaten zu, sondern ebenso auf die SOZ-Mächte. China exportiert Kapital in gigantischem Ausmaß, kauft Rohstoffe und Infrastrukturen in Afrika, Asien und Lateinamerika auf. Russland setzt auf Energiehegemonie und militärische Präsenz. Indien drängt als neue Regionalmacht auf seinen Platz am Tisch der Großmächte.

Die „multipolare Weltordnung“, von der Xi Jinping und Putin sprechen, bedeutet nichts anderes als eine Aufteilung der Beute unter mehreren Räubern. Für die unterdrückten Völker gibt es darin keine Freiheit, sondern nur die Wahl, welchem Block sie unterworfen werden.

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Täuschung durch Friedensparolen

RT.DE und andere staatsnahe Medien inszenieren die SOZ als eine Kraft des Friedens und der Stabilität. Doch wie schon Marx betonte: „Die herrschenden Ideen einer Epoche sind stets die Ideen der herrschenden Klasse.“ Friedensgesänge, Gipfeltreffen und diplomatische Phrasen dienen nur dazu, die wahre Natur des Imperialismus zu verschleiern.

Auch die SOZ baut ihre Strukturen nicht nur auf „Dialog“, sondern auf Sicherheits- und Militärkooperation. Ihre Agenda reicht längst über Terrorismusbekämpfung hinaus – hin zu koordinierter Wirtschaftspolitik und militärischer Absicherung imperialistischer Interessen.

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Die Antwort der Arbeiterklasse

Für die internationale Arbeiterklasse bedeutet dies: Kein Vertrauen in NATO oder EU, aber ebenso kein Vertrauen in die SOZ. Beide sind Instrumente kapitalistischer Herrschaft. Wer glaubt, durch „Multipolarität“ werde die Welt gerechter, erliegt einer revisionistischen Illusion.

Nur der revolutionäre Kampf unter Führung einer kommunistischen Arbeiterpartei kann den Imperialismus stürzen – in allen Formen, ob westlich oder östlich. Reformistische Anpassung, pazifistische Beschwichtigung oder das Hoffen auf eine gerechtere Weltordnung durch neue Bündnisse sind Sackgassen.

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Welche Schlussfolgerung ziehen wir daraus?

Die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit ist nicht die Hoffnung der Völker, sondern ein weiterer Ausdruck der Krise des Weltkapitalismus. Ihre Führer mögen von „Stabilität“ und „Solidarität“ sprechen – doch in Wirklichkeit bereiten sie die Bühne für neue Konflikte, neue Ausbeutung und neue Kriege.

Nur eine unversöhnliche Haltung gegenüber allen imperialistischen Kräften, die Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparats und die Errichtung der Diktatur des Proletariats können den Weg zu echter Befreiung ebnen.

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Über Heinrich Schreiber 272 Artikel
Heinrich Schreiber hat ein Leben gelebt, das kaum unterschiedlicher hätte sein können: gelernter Photokaufmann, Werkzeug- und Kopierschleifer im Akkord, selbstständiger Wirtschaftsberater. Diese Stationen haben seinen Blick auf Arbeit, Kapital und gesellschaftliche Widersprüche geprägt wie kaum etwas anderes. Den entscheidenden politischen Anstoß gab das Jahr 1967, als die Erschießung Benno Ohnesorgs durch die Polizei eine ganze Generation aufweckte. Für Heinrich war es der Beginn eines jahrzehntelangen Engagements in der Gewerkschaftsjugend, der Roten Garde Kiel/ML und später in der KPD/ML. Heute, als Vater von vier Kindern und erfahrener Beobachter politischer Entwicklungen, schreibt und publiziert er weiter.

1 Kommentar

  1. The article presents a strong Marxist critique of the SCO, framing it as inherently imperialistic regardless of its participants nationality. As a reader, I find the analysis compelling in its consistency with Marxist theory, though I wonder how accurately it reflects the diverse motivations of all member states.

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