Unbekannte Dokumente der Kommunistischen Partei Deutschlands gefunden

In der Sächsischen Schweiz haben Bergsteiger ein Materialversteck der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) aus den Dreißigerjahren gefunden. Nun erhofft man sich, mehr über den Kampf der KPD gegen drohenden Faschismus vor Hitlers Machtantritt herauszufinden.

Der Fund stammt vermutlich vom Ende der Zwanzigerjahre bis zum Sommer 1933 und wird der KPD Kohlmühle aus der Sächsischen Schweiz zugerechnet. In einer Felsspalte mit allerhand Material: Broschüren, Hefte und Zeitungen der KPD, der Gefangenenunterstützungsorganisation Rote Hilfe, der Roten Gewerkschaftsorganisation und anderer KPD-naher Organisationen. Unter den Fundstücken fanden sich auch Anweisungen an die lokalen KPD-Strukturen, um sich auf die bevorstehende Machtübernahme der Nationalsozialisten vorzubereiten. In Kohlmühle gab es eine KPD-Ortsgruppe und eine Betriebsgruppe im späteren Linoleumwerk. Diese kümmerten sich um die Verteilung von antifaschistischem Material in Zusammenarbeit mit Organisationen aus Pirna und sammelten Geld für Inhaftierte und deren Familien. Die Genossen berücksichtigten das Gebot, „so legal wie möglich – so illegal wie nötig“ zu arbeiten und brachten ihre Unterlagen in Verstecke, die erst heute entdeckt wurden. Ein revolutionäres Gebot übrigens, das noch heute seine Gültigkeit hat.

Alle Bilder wurden dem Onlineportal der Komintern SH entnommen

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Über Heinrich Schreiber 272 Artikel
Heinrich Schreiber hat ein Leben gelebt, das kaum unterschiedlicher hätte sein können: gelernter Photokaufmann, Werkzeug- und Kopierschleifer im Akkord, selbstständiger Wirtschaftsberater. Diese Stationen haben seinen Blick auf Arbeit, Kapital und gesellschaftliche Widersprüche geprägt wie kaum etwas anderes. Den entscheidenden politischen Anstoß gab das Jahr 1967, als die Erschießung Benno Ohnesorgs durch die Polizei eine ganze Generation aufweckte. Für Heinrich war es der Beginn eines jahrzehntelangen Engagements in der Gewerkschaftsjugend, der Roten Garde Kiel/ML und später in der KPD/ML. Heute, als Vater von vier Kindern und erfahrener Beobachter politischer Entwicklungen, schreibt und publiziert er weiter.

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