Zum 17. Juni 1953

In der noch sozialistischen DDR hatte sich eine neue privilegierte Schicht herausgebildet, die den Grundstock der neuen revisionistischen „Bourgeoisie“ bildete. Diese Bonzen wurden nicht mehr als die Vertreter der Arbeiterklasse angesehen
Es ist ein großer Nachteil für die bürgerliche Ideologie, und damit zugleich ein großer Vorteil für die marxistische Wissenschaft, dass die Bourgeoisie ihr kernklassenmäßig Anderes, das Proletariat, nicht bis zur absoluten Negativität gegen sich selbst ausdenken kann: Arbeiter und Bauern können einen Staat nicht regieren.

 

Von Heinz Ahlreip – 18. Juni 2023 | In der bürgerlichen Ideologie verhakt sich die Negation der Negation, die alles verflüssigt. Wohl aber geht das Proletariat umgekehrt vor: Das liegt in seiner Formel bzw. in der Forderung: Gleicher Arbeitszwang für alle. Dies Forderung geht essentiell über 1789 hinaus, die bürgerliche Revolution rückt nur das Sekundär-Politische in den Vordergrund, die proletarische die Arbeitswelt. Erst durch eine Verkürzung der
Lohnarbeitszeit eröffnet sich ein größerer Freiraum für politische Betätigung. In der Forderung nach gleichem Arbeitszwang steckt im Kern der Kommunismus auf Grundlage der Negation der Negation, die Negation der unproduktiven Klassen als Negation der produktiven zugleich. Es liegt ein reziprokes Negieren zweier Klassen gegeneinander vor, und das ganze Getöse der sweet democracy bricht in sich zusammen und es wird keine Politik mehr geben, zum Beispiel auch kein Parlament.

Heute (am 17. Juni) ist der deutsche Bundestag zusammengekommen, Steinmeier sprach vom 17. Juni 1953 als von einem herausragenden Ereignis der deutschen Freiheitsgeschichte. Nein! Er ist ein herausragendes Beispiel für eine pro-slavery-rebellion der unproduktiven Klassen gegen die deutschen Arbeiter und Bauern. Der 17. Juni 1953 war ein Bürgerkriegsansatz der unproduktiven Klassen in Deutschland unter veralteten Parolen der französischen Revolution dem gleichen Arbeitszwang für alle entgegenzuwirken. Wie das im Einzelnen konkret aussah, das herauszufinden ist Aufgabe der Geschichtsforschung. Aber diese kommt zuerst, erst hinterher werden sich die historisch-dialektischen Gesetzmäßigkeiten eruieren lassen. Man darf nicht mit einer dialektischen Schablone an die Untersuchung historischer Ereignisse herantreten, der historische Prozess als dialektischer stellt sich im Laufe der Forschung und Darstellung ein.

1953 war die DDR durchaus noch ein progressives aufstrebendes Land, auf dem Weg zum gleichen Arbeitszwang für alle. Nach 1956 wurde dieser Zwang gelockert und die Diktatur der Arbeiter und Bauern aufgeweicht durch die führenden Kader der SED, die sich selbst mit mehr und mehr Privilegien und Sondervollmachten ausstatteten.

 

 

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Über Heinz Ahlreip 55 Artikel
Heinz Ahlreip, geb. am 28. Februar 1952 in Hildesheim. Von 1975 bis 1983 Studium in den Fächern Philosophie und Politik an der Leibniz Universität Hannover, Magisterabschluss mit der Arbeit »Die Dialektik der absoluten Freiheit in Hegels Phänomenologie des Geistes«. Forschungschwerpunkte: Französische Aufklärung, Jakobinismus, Französische Revolution, die politische Philosophie Kants und Hegels, Befreiungskriege gegen Napoleon, Marxismus-Leninismus, Oktoberrevolution, die Kontroverse Stalin – Trotzki über den Aufbau des Sozialismus in der UdSSR, die Epoche Stalins, insbesondere Stachanowbewegung und Moskauer Prozesse.

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