Die Wissenschaft schließt Elementares auf

Es dauerte bis Karl Marx erkannt hatte, dass der Arbeiter dem Kapitalisten nicht seine Arbeit verkauft, sondern seine Arbeitskraft I Photo: YouTube Videoscan

Ende 1847 verfassten Marx und Engels ihr Manifest. Es spiegelte die Konzentration der kapitalistischen Produktion bereits in deren Frühstadium wider.

Heinz Ahlreip – Autor I Redaktionsbeirat

Von Heinz Ahlreip – 05. Juli 2023 | Im dritten Band des Kapitals eruierte Marx bereits die neue Rolle der Großbanken. Mit diesen sei die Form einer allgemeinen Buchführung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben. Im Kapitalismus allerdings nur die Form (Vergleiche Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, Werke, Band 22, Dietz Verlag Berlin, 1960,220).

Engels markierte 1891 die rasante imperialistische Eroberungskonkurrenz und entdeckte die im gleichen Jahr potentiell angelegte Skizze einer gesamtgesellschaftlichen Planwirtschaft durch die imperialistischen Trusts, 1892 dann die Arbeiteraristokratie – das alles sind Marksteine, dass die Klassiker zu ihrer Zeit die Wirklichkeit richtig widergespiegelt haben. Und das ist ja nicht ganz einfach. Was wir empirisch registrieren, das sind lediglich sich hin und her bewegende Subjekte, einige wühlen in Papierkörben nach Verwertbarem, andere nicht. Einige tragen eine löchrige Kleidung, andere nicht usw. Was wir empirisch wahrnehmen, sind sodann Menschenmassen blindlings hin und her geworfen. Die Formel der Profitrate <m geteilt durch v>; klebt nicht als allen sofort verständlich im Posterformat an den Litfaßsäulen. Es war der Ökonom Petty, den Marx als Begründer der klassischen politischen Ökonomie bezeichnet, der ökonomische Statistiken erstellte, um dadurch ökonomische Entwicklungsgesetze der Gesellschaft herauszubekommen. Das stellte zwar einen Fortschritt dar, führte aber noch nicht auf den richtigen Weg. Der Schüssel zur Erstellung und Festschreibung etwa der Profitrate lag verborgen unter der Warenanalyse. “Marx analysiert im ‘Kapital‘ zunächst das einfachste, gewöhnlichste, grundlegendste, massenhafteste, alltäglichste, milliardenfach zu beobachtende Verhältnis der bürgerlichen Warengesellschaft: den Warentausch
(Lenin, Zur Frage
der Dialektik, in: Lenin, Marx – Engels – Marxismus, Grundsätzliches aus Schriften und Reden, Dietz Verlag Berlin, 1967,315).

So schließt die Wissenschaft das Elementare auf, um aus der Zelle den in ihr steckenden Gesamtkörper zu entfalten. “Für die bürgerliche Gesellschaft ist die Warenform des Arbeitsprodukts oder die Wertform der Ware die ökonomische Zellenform“
(Karl Marx, Das
Kapital, Werke, Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1960,12).

Die Wissenschaften haben einfache Aufgabenstellungen, aber schwierige Aufgaben: Aus dem Fluss der Bewegung Natur- und Geschichtsgesetze zu eruieren, also ruhige Abbilder prozessualer Abläufe der Materie zu erstellen. Nach Lenins Feststellung in seinen ‘Philosophischen Heften‘ ist “jedes Gesetz engstirnig, unvollständig annähernd“ (Lenin, Philosophische Hefte, Dietz Verlag Berlin, 1960,141f.). Hat man ein Gesetz gefunden, unterliegt alles Weitere wiederum einer simplen Abfolge: Anfängliche Beobachtung – Gesetz – weitere Beobachtung des Prozesses …

Es war nach Lenin immer die Stärke von Karl Marx, sich abzeichnende Konturen früher zu erkennen als andere Ökonomen. Ganz fehlerfrei kann eine Widerspiegelung der Wirklichkeit nie sein, wir müssen aber nach dem absoluten Wissen streben, um möglichst wenig Fehler zu begehen. Es dauerte bis erkannt wurde, dass der Arbeiter dem Kapitalisten nicht seine Arbeit verkauft, sondern seine Arbeitskraft. Nicht in einer intellektuellen Spekulation, nicht im Rahmen reiner Theorie, nicht in einem logischen Gedankenspiel usw. ergeben sich richtige Widerspiegelungen, wie denn auch? Von Theorem zu Theorem?, sondern in der Praxis der materiellen Produktion und des Klassenkampfes in einer Hand-Kopf-Relation.

In seiner Grabrede anlässlich der Beisetzung von Marx in London hat Engels 1883 die Leitlinie vorgegeben: Marx war nicht primär ein Mann der Wissenschaft, er war vor allem ein REVOLUTIONÄR. Und je breitaufgestellter Revolutionäre in der Klassenkampfpraxis aktiv sind, je mehr sie sich in die Weisheit des Marxismus-Leninismus vertiefen und sich bis zu einem gewissen Grad mit den Massen verbinden, desto eher sind sie in der Lage, waren-, geld- und kapitalfetischisierte Konterrevolutionäre theoretisch zu entlarven, um sie praktisch vor das Revolutionstribunal zu zerren. Was mit der Ware begann, endet mit ihrer Aufhebung.

 

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Über Heinz Ahlreip 69 Artikel
Heinz Ahlreip, geb. am 28. Februar 1952 in Hildesheim. Von 1975 bis 1983 Studium in den Fächern Philosophie und Politik an der Leibniz Universität Hannover, Magisterabschluss mit der Arbeit »Die Dialektik der absoluten Freiheit in Hegels Phänomenologie des Geistes«. Forschungschwerpunkte: Französische Aufklärung, Jakobinismus, Französische Revolution, die politische Philosophie Kants und Hegels, Befreiungskriege gegen Napoleon, Marxismus-Leninismus, Oktoberrevolution, die Kontroverse Stalin – Trotzki über den Aufbau des Sozialismus in der UdSSR, die Epoche Stalins, insbesondere Stachanowbewegung und Moskauer Prozesse.

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