Die Lehre des Marxismus-Leninismus | Teil 6 von 9

1. Mai 1953 - Kampftag der Werktätigen für Frieden, Einheit, Demokratie und Sozialismus Demonstration auf dem Marx-Engels-Platz in Berlin.

Über die illegale Parteiorganisation und konspirative Tätigkeit
und wie man dabei die legalistischen, sektiererischen, versöhnlerischen und zentristischen Fehler vermeidet
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6. Verbote,Verhaftungen, konterrevolutionärer Terror, Krieg, Reaktion und Faschismus

– Zeichen der Schwäche der Bourgeoisie und die Stärke der revolutionären Kräfte

Selbst unter legalen Bedingungen „demokratischer Freiheiten“ findet ein heftiger Klassenkampf statt zwischen Reaktion und Revolution, zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat, ein Kampf auf Leben und Tod. Wenn das Proletariat für die Festigung ihrer legalen Positionen kämpft, schlafen die Bourgeoisie und die Reaktion nicht. Die Bourgeoisie und die Reaktion nutzen die Gelegenheit der Legalität, um die gesamte Tätigkeit, die Mitglieder, die Arbeits- und Kampfmethoden der marxistisch-leninistischen Parteien und der Revolutionäre kennenzulernen und zu studieren. Deswegen würden wir Kommunisten einen fatalen Fehler begehen, wenn wir unter den legalen Bedingungen alles offen tun und unsere Organisation und Pläne nicht geheim halten würden. Wir Kommunisten müssen unsere legalen Positionen festigen und ausweiten für breiteste Propaganda- Agitations- und Organisationsarbeit, für breite Bewegungen und Massenaktionen, aber gleichzeitig müssen wir auch für die Illegalität vorbereitet sein, um unsere kommunistische Arbeit trotz erschwerter Bedingungen reibungslos fortzusetzen.

Die Bourgeoisie und die Reaktion benutzen den Staatsapparat, die Polizei, die Spitzel, Korruption und Diversion, Klassenjustiz und notfalls sogar die bewaffnete Macht und gleichzeitig den Opportunismus und Illusionen des friedlichen Reformismus, um ihre Positionen zu stärken und auf den Augenblick vorbereitet zu sein, die revolutionären Kräfte, die marxistisch-leninistische Partei und ihre Massenorganisationen vernichtend zu schlagen. Der Verlauf der Geschehnisse nach dem 2. Weltkrieg ist dafür ein mahnendes Beispiel, wie die revolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse und die Kommunistischen Parteien entartet und liquidiert wurden. Die Bourgeoisie erholte sich schnell von ihrer Niederlage, und festigte systematisch ihre Stellungen, vertrieb die legalen Kommunisten aus den öffentlichen Ämtern bzw. aus den Regierungen, Armeen usw., bzw. warf sie ins Gefängnis, wenn sie sich nicht korrumpieren ließen. Egal zu welchem Zeitpunkt spielt die Bourgeoisie mit 100%iger Sicherheit ihre letzte Trumpfkarte aus, sollte ihre Macht durch revolutionäre Bewegungen in Gefahr geraten: Sie setzen die Streitkräfte in Bewegung, organisieren Progrome, um die revolutionäre Bewegung und die marxistisch-leninistischen Parteien zu liquidieren. Bei solchen Aktionen hat die Bourgeoisie stets die Weltreaktion zur Unterstützung direkt durch Einmarsch von ausländischen Eingreiftruppen oder indirekt durch Unterstützung des CIA, durch materielle Unterstützung usw. usf. Jedes Mittel, um die Revolutionäre zu vernichten, ist ihnen Recht, auch wenn sie sich dabei skrupellos über ihre eigenen Gesetze hinwegsetzen.

Die Bourgeoisie fürchtet die Illegalität der Revolutionäre, weil sie diese dadurch schwieriger bekämpfen und ihre Organisation nicht so einfach zerschlagen kann. In einer legalen Partei kann die Bourgeoisie ihren Einfluss auf das Proletariat leichter ausüben, um es von der sozialistischen Revolution abzuhalten.

Für die Bourgeoisie ist das Verbot der Kommunistischen Partei ein zweischneidiges Schwert, was ihre Taktik der optimalen Bekämpfung des kommunistischen Einflusses unter den Massen anbelangt. Mit einem Verbot bringt sich die Bourgeoisie selbst um die Tarnmaske der bürgerlichen „Demokratie“ gegenüber den Massen. Mit einem Verbot gibt die Bourgeoisie nämlich ganz offen ihre Schwäche zu und ihre Angst vor dem Kommunismus, und das möchte sie möglichst vermeiden, weil der Schuss nach hinten gegen sie losgehen kann. Wenn also schon Verbot, dann demagogisch: „sowohl gegen die Linksextremisten als auch gegen die Rechtsextremisten“, um das demokratische Image „im Gleichgewicht“ zu halten und sich vor dem Vorwurf zu schützen, auf dem rechten Auge blind zu sein und sich damit bei den Massen unbeliebt zu machen.

In Schwierigkeiten kommt die Bourgeoisie auch mit einem Verbot, wenn sie über eine gut funktionierende revisionistische Partei verfügt, die als Gegengewicht und als Auffangbecken gegenüber fortschrittlichen Menschen auftritt, um diese vom Schritt in die revolutionäre Tätigkeit und Mitgliedschaft in der marxistisch-leninistischen Partei abzubringen. Wenn diese revolutionären Blitzableiterorganisationen der Bourgeoisie fehlen, dann finden fortschrittliche Menschen direkt zu den illegal arbeitenden revolutionären Organisationen. Würde die kommunistische Partei verboten werden bei gleichzeitigem Nichtverbot revisionistischer Parteien und Organisationen, würde das dazu beitragen, dass die Arbeiter schneller die Unterschiede durchschauen, und sich sofort und ohne Umwege bewusst für die Revolutionäre entscheiden.

Die Bourgeoisie schreckt häufig auch deswegen von einem Verbot ab, weil sie eine legal arbeitende revolutionäre Organisation besser beobachten und bespitzeln, Namen und Adressen leichter sammeln kann usw. Aus diesen Gründen sollten grundsätzlich auch in der Legalität so wenig Genossen wie möglich öffentlich auftreten. Viele marxistisch-leninistische Parteien sind dazu übergegangen, auf Mitgliedsbücher, Kaderkarteien usw., Namens – und Adressenlisten oder sonstige Personalunterlagen zu verzichten, obwohl unter dem faschistischen Terror die Revolutionäre grundsätzlich damit rechnen müssen – ob mit oder ohne Parteibuch – an die Wand gestellt werden.

Zu dem Versuch der russischen Regierung, den Petersburger „Kampfbund“ zu zerschlagen, hatte Lenin 1902 geschrieben:

„Mit voller Genugtuung konstatieren wir, dass die Massenverhaftungen das Ihrige dazu beitragen, dass an die Stelle der gefallenen Revolutionäre neue rücken, die bereit sind, mit frischen Kräften in die Reihen der Kämpfer für das russische Proletariat und das ganze Volk einzutreten – denn diese Verhaftungen sind eine mächtige Waffe in der Agitation unter den Arbeitern und den sozialistischen Intellektuellen. Ohne Opfer kann es keinen Kampf geben, und auf die barbarische Hetze der Zarenchergen antworten wir ruhig: `Revolutionäre sind gefallen – es lebe die Revolution!´“ (Lenin, Werke Band 2, Seite 351).

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Die Zusammenstellung wurde entnommen
dem Schulungstext der Komintern-ML.
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Daher stellt dieses OnlineMagazin kommunistische Weltanschauung zur Diskussion. Viele Autoren, auch die Redaktion, befinden sich heute, durch unsere Altersstufe bedingt, im Ruhestand. Wir alle möchten aber unsere Erfahrungen als frühere „Parteikader“ weitergeben. Diese haben wir in der marxistisch-leninistischen Parteiarbeit und politischen Auseinandersetzung der 1970er und 80er Jahre gesammelt. Meinungsartikel und Gastbeiträge – auch wenn sie gelegentlich von der Meinung der Redaktion abweichen –  sorgen für ein breites Meinungs- und Informationsspektrum.

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